Auszubildende Gemeindebrief

Internationale Auszubildende bereichern das Ev. Martinstift

Der Fachkräftemangel in der Pflege stellt viele Einrichtungen vor große Herausforderungen. Unser Altenheim geht hier bewusst einen besonderen Weg: Wir bilden aktuell zwei engagierte Pflegekräfte aus Aserbaidschan und den Philippinen zur Pflegefachkraft aus und begleiten sie auf ihrem beruflichen und persönlichen Weg in Deutschland.

Besonders wichtig ist uns, dass sich unsere internationalen Auszubildenden bei uns willkommen und wohlfühlen. Pflege ist Beziehungsarbeit – und die kann nur gelingen, wenn sich auch die Pflegenden angenommen und integriert fühlen. Für beide Auszubildenden ist es ein großer Schritt: ein neues Land, eine neue Sprache, eine neue Kultur – und ein anspruchsvoller Beruf. Es ist das erste Mal, dass die beiden so weit von ihrer Familie, ihren Freunden und allem Vertrauten entfernt sind. Das erfordert Mut, Offenheit und Durchhaltevermögen.

Uns ist bewusst, dass man sich in einer solchen Situation schnell allein oder überfordert fühlen kann. Gerade deshalb haben wir ihnen direkt bei uns im Haus eine Mietwohnung zur Verfügung gestellt, um ihnen ihren Einstieg etwas zu erleichtern – sozusagen ein Zuhause auf Zeit. So sind sie von Anfang an mitten im Geschehen, haben kurze Wege, Ansprechpartner/innen in unmittelbarer Nähe und ein wachsendes Gefühl von Gemeinschaft. „Gerade am Anfang ist alles neu. Es tut gut, zu wissen, dass immer jemand da ist, der hilft“, bestätigt eine der beiden Auszubildenden. „Wir wurden herzlich in Empfang genommen, das ist nicht selbstverständlich.“. Auch wenn beide bereits vor ihrer Ankunft gute Deutschkenntnisse hatten, ist der Alltag hier dennoch in vielerlei Hinsicht neu. Fachbegriffe aus der Pflege, regionale Redewendungen oder Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern im Dialekt müssen erst zur Routine werden. Dabei helfen Geduld, Übung und der tägliche Austausch im Team.

Neben der Sprache gibt es viele weitere Dinge, die für unsere Auszubildenden ungewohnt sind. Das deutsche Pflege- und Ausbildungssystem, Arbeitsabläufe, Dokumentationen, Hygienevorschriften und gesetzliche Vorgaben unterscheiden sich teilweise deutlich von denen in ihren Heimatländern. Auch der Umgang mit Behörden, Verträgen oder Versicherungen ist neu und muss Schritt für Schritt erklärt werden.

Integration gelingt nicht von heute auf morgen, sondern durch viele kleine Begegnungen, Gespräche und Gesten im täglichen Miteinander. Internationale Auszubildene sind keine Übergangslösung, sondern eine Bereicherung. Sie zeigen uns, wie wichtig Zusammenarbeit, Geduld und gegenseitige Unterstützung sind – Werte, die auch in der Pflege eine zentrale Rolle spielen.

Wir freuen uns sehr, sie auf ihrem Weg begleiten zu dürfen und sind dankbar für das Engagement aller Kolleginnen und Kollegen, das dazu beiträgt, dass Integration bei uns nicht nur ein Wort, sondern gelebter Alltag ist.